Dank der Vorteile des Laufens auf den Organismus und die Gesundheit, ist seine Popularität seit mehr als 20 Jahren ständig gewachsen. Allerdings ist Laufen mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden, so dass etwa 50% der Läufer sich während einer Saison verletzen und 25% im gesamten Jahr verletzt bleiben. Bis heute sind die Faktoren der laufbedingten Verletzungen nicht vollständig bekannt und nicht zu verstehen, insbesonders diejenigen, die im Zusammenhang mit dem Training und Belastung stehen. Daher scheinen Anfänger ein besonders hohes Verletzungsrisiko zu haben. Grundsätzlich könnte jedoch ein grosser Anteil der Verletzungen durch bessere Trainingsgestaltung verhindert werden.
Dennoch, in Anbetracht der bestehenden Literatur, gibt es keinen endgültigen Beweis dafür, dass die Lauferfahrung eine entscheidene Rolle bei der Entwicklung von Verletzungen spielt oder nicht. Dieser Faktor ist noch nicht speziell untersucht worden.
Aus diesem Grund hat das Laboratorium für Sportmedizin die „RRI_12“ Studie durchgeführt, mit dem Ziel, die Auswirkung der Lauferfahrung im Zusammenhang mit der Inzidenz von laufbedingten Verletzungen(RRI) zu untersuchen. Diese beinhaltete eine fünf Monate lange Überwachungsphase, von Januar bis Mai 2012. Die Teilnehmer waren während der Studienzeit dazu verpflichtet, wöchentlich ihre Trainingseinheiten in die Plattform TIPPS einzutragen. Das Training sollte mindestens einmal pro Woche stattfinden. Zusätzlich mussten alle jeglichen Verletzungen registriert werden.
Dieses Protokoll wurde entwickelt, um die Beziehung zwischen intrinsischen Faktoren (Alter,Body Mass Index, Geschlecht und Lauferfahrung) oder Trainingseigenschaften(Häufigkeit, Volumen, Intensität,uvm) und RRI Auftreten zu etablieren.
Insgesamt haben sich 308 Läufer/innen auf www.tipps.lu registriert und ab 01. Januar 2012 angefangen all ihre sportlichen Aktivitäten in die Datenbank einzutragen. Ausgehend von ihrem Lauftraining in den früheren zwölf Monaten zu Beginn der Studie, wurden die Läufer in zwei Kategorien eingeteilt.
Teilnehmer/innen, die angaben, im Jahr 2011 weniger als sechs Monate regelmässig (wöchentlich) gelaufen zu haben, wurden als „Anfänger“ und Teilnehmer, die im Jahr 2011 mehr als sechs Monate regelmässig trainierten als „Erfahren“ definiert.
Am Ende der Überwachungsstudie (Juni 2012) wurde die statistische Datenanalyse auf 199 Teilnehmer angewandt. Läufer, die im Verlauf der Studie ausstiegen oder nicht regelmässig Sport betrieben, wurden aus der Studie ausgeschlossen. Es haben überwiegend mehr Probanden im höheren Alter die Studie beendet als jüngere. Im Vergleich zwischen erfahrenen und unerfahrenen Läufern haben mehr unerfahrene die Studie abgebrochen. Daher waren die meisten der 199 Teilnehmer erfahrene Läufer (88%).
Die durchschnittliche Trainingslaufdauer lag bei den Erfahrenen höher als bei den Anfängern (jeweils 63.6min gegenüber 60.9min). Allerdings gab es mit durchschnittlich 2,5 Trainingseinheiten pro Woche kein Unterschied zwischen den Gruppen.
Während der fünf monatigen Studiendauer haben 43% der Teilnehmer sich eine Verletzung zugezogen. Mit einem Anteil von 50% waren unerfahrene Läufer häufiger betroffen als erfahrene Läufer mit 42%. Im Durchschnitt, ist in den fünf Monaten jeder Anfänger ingesamt 20.3 Stunden gelaufen. In der gleichen Studienzeit sind die Erfahrenen durchschnittlich 42.1 Stunden gelaufen.
Angesichts der unterschiedlichen Trainingsgesamtvolumina zwischen den beiden Gruppen wurde die Verletzungsrate auf das Volumen der Laufpraxis angepasst und standardisiert. Mittels dieser Korrektur war es möglich, die Verletzungsinzidenz zu analysieren. Die Anzahl der Verletzungen pro 1000 Stunden Laufzeit war bei den Anfängern 1,75 mal höher als bei den Erfahrenen (jeweils 14.9 und 8.5 RRI/1000 Std).
Ein weiterer statistischer Ansatz ergab weitere 3 signifikante Risikofaktoren in dieser Studie. Der erste untermauert die vorangehende Beobachtung, dass das Verletzungsrisiko bei Anfängern höher liegt als bei den Erfahrenen. Darüberhinaus bestätigt es, dass das Betreiben weiterer Sportarten neben Laufen die Verletzungsgefahr verringert. Zum Schluss, frühere Verletzungen (aufgetreten während den letzten zwölf Monaten) erhöhen das Verletzungsrisiko um 60%.
Es wurden insgesamt 139 durch Laufen verursachte Verletzungen registriert. Der Hauptteil (61%) aller innerhalb der Studie aufgenommenen Verletzungen hatten einen progressiven Hergang (z.B. Sehnenentzündung). Akute Verletzungen (z.B. Knöchelverstauchung) waren weniger häufig. Das am meisten betroffene Gewebe waren Muskeln (48%) und Sehnen (19%). Es war nicht überraschend zu beobachten, dass die am meisten betroffenen Körperteile Unterschenkel (22%), Oberschenkel (19%) und Knie (18%) waren.
Der Schweregrad der Verletzungen wurde anhand der Andauer der einzelnen laufbedingten Verletzungen bestimmt. Mehr als die Hälfte (51%) der RRIs waren leicht und erlaubten den Läufern innerhalb von vier Tagen zum regelmässigen Training zurückzukommen.

Zusammenfassung
Die RRI_12 Studie ist eine Beobachtungsstudie mit einer Dauer von fünf Monaten, mit einem Follow-up von 308 Läufer/innen und im Hinblick auf ihr Training und Verletzungsauftreten durchgeführt wurde. Die Analyse von letzendlich 199 Teilnehmern/innen betont die schützende Wirkung durch Lauferfahrung. Das Fehlen von früheren Verletzungen und/oder eines regelmässigen Betreibens von anderen Sportarten verringern das Risiko einer RRI. Alter, BMI und Geschlecht sind nicht für ein RRI Verletzungsrisiko ausschlaggebend.
Die Studienergebnisse zeigen, dass Anfänger ein höheres Verletzungsrisko haben. Es wäre sicherer, einen progressiven und personalisierten Trainingsplan mit einem profesionnellem Trainer zu erarbeiten und folgen. Der Zusammenhang zwischen früheren Verletzungen und der RRI Inzidenz zeigt, dass eine vollständige Genesung vor der Rückkehr zum regelmässigen Trainingsplan sehr wichtig ist. Es ist auch wichtig, die positive Wirkung von Betreiben anderer Sportarten zu unterstreichen; Nicht nur um die allgemeine Fitness zu verbessern, sondern auf die weiterführende Wirkung in Bezug auf Reduzieren von RRI Risiko.
Tatsache ist, dass eine grosse Mehrheit der von den Teilnehmern/inne aufgenommenen Verletzungen einen progressiven Hergang hatten(bezeichnet auch als Verletzung durch Überbelastung) und dass diese RRIs hauptsächlich Muskeln und Sehnen betreffen, zeigt, dass Laufen entzündliche Erkrankungen generiert, wahrscheinlich aufgrund der repetitiven Natur des Sports. Diese Erkenntnis zeigt einmal mehr die Notwendigkeit, aufmerksam auf die Schemerzempfindungen und vorläufigen Verletzungen zu sein und die Notwendigkeit, sein Trainingsplan wenn es notwendig ist anzupassen.
Better safe than sorry! Es wäre sicherer, regelmässig den Trainingsumfang und/oder die Intensität zu verringern, um somit genügend Zeit für den Körper zu geben, sich allmählich anpassen zu lassen.
In Anbetracht, mittels hohem Anteil an intensivem Training ihr Leistungsfortschritt zu erhöhen, steigern Läufer/innen ihr laufbedingtes Verletzungsrisiko und könnten gegebenfalls viel Trainingszeit verlieren!
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Artikel im Luxemburger Wort über unsere Laufstudie
Read MoreSource: https://www.wort.lu/de/wissen/studie-des-lih-wo-drueckt-der-laufschuh-59c1f88f56202b51b13c3899
Auswirkungen von Laufstil und Schuhwahl
Das sportmedizinische Forschungslabor (SMRL) des LIH möchte dies in einer großangelegten Studie ändern. Das Team um Verletzungsforscher Laurent Malisoux will wissen, ob die Stoßdämpfung der Schuhe tatsächlich einen Einfluss auf das Verletzungsrisiko beim Laufen hat und inwiefern individuelle Lauftechniken eine Rolle spielen. Schließlich interessiert die Forscher, welchen Einfluss das Gewicht des Sportlers sowohl
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RTL Radio Reportage iwwert eis nei Lafstudie
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Source: rtl.lu Lafsport: gutt Schong = manner Verletzungen?
Lafen ass gesond. Lafen ass einfach, well jiddereen et iwwerall ka maachen. Lafen ass och dat éischt, wat ee léiert. An awer kann ee sech och beim Lafen blesséieren. Am heefegsten si Problemer mam Knéi, un der Wued oder un der Achillessehn. Kënne gutt Lafschong dat verhënneren? Där Fro geet de „Laboratoire de
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Handball Congress gathered international sports medicine experts in Luxembourg
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On Saturday 16th September 2017 took place the Handball Congress “Medical and Training Aspects in Handball” at the International University of Health, Exercise and Sports LUNEX, in Differdange, Luxembourg. The congress which focused on injury prevention in one of the most popular team sports was of high scientific quality and had an international dimension with participants from all over Europe.
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RTL PISA Reportage am Fuerschungslabo
Read MoreInterview with 2 of our sports scientists from Luxembourg Institute of Health, Prof. Daniel Theisen and Eric Besenius, and Prof. Axel Urhausen in the Centre Hospitalier de Luxembourg Sports Clinic on RTL's PISA magazine on doping and cycling performances:
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Article in "The Globe and Mail"
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…"Some of the most careful and methodical research comes from a small group in Luxembourg, led by Laurent Malisoux, [..]. While many studies have pitted different types of shoes against each other, Malisoux and his colleagues in the Sports Medicine Research Laboratory at the Luxembourg Institute of Health put their volunteers in specially manufactured shoes that are identical in every respect
Die TIPPS Anwendung kann direkt über https://app.tipps.lu/ erreicht werden oder indem Sie auf "Zugang zur TIPPS Anwendung" auf der rechten Seite der Website klicken.
Zugang zu TIPPS erfolgt durch persönliche Zugangscodes. Das System gibt Ihnen jedoch die Möglichkeit, Ihre Daten mit Dritten zu teilen (wie mit Ihrem Sportlehrer, Physiotherapeuten oder Arzt). Wenn Sie also möchten, können Sie eine Verbindung mit denen anfordern, wer an der Überwachung Ihrer Gesundheit beteiligt ist – sie werden Ihre Daten analysieren und Sie bei Ihren Sportaktivitäten begleiten (diese Verbindung wird nur auf Anfrage hergestellt).
Das System wurde von luxemburgischen Forschern des LIH durch wissenschaftliche Studien zur Prävention von Sportverletzungen entwickelt. Ohne Ihre vorherige schriftliche Zustimmung werden Ihre Daten niemals an Dritte weitergegeben und dürfen nicht für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Die Sicherheit Ihrer persönlichen Daten ist gewährleistet.
Für Trainer, Physiotherapeuten oder Ärzte, welche die Informationen ihrer Athleten einsehen wollen, ist eine schriftliche Einwilligung, sowohl von den Verfolgern, wie auch von den betroffenen Athleten notwendig.
Die Einwilligungen und Informationen können hier bezogen werden:
- Trainer oder medizinesches Personal:

- Athlet:
(bei Minderjährigen ist die Zustimmung des Athleten, sowie seiner Vertreter erforderlich)
Sobald die unterzeichnete Einwilligung beim sportmedizinischen Forschungslabor (Adresse kann hier eingesehen werden: Kontakt) eingeht, wird die Option zum Folgen der Athleten freigeschaltet.


